Spiel der Superlative

3 Mrz

Dass eine große Entscheidung fällt, war allen klar. Dass es ein großer Abend wird, wussten alle Beteiligten und selbst deren Angehörige. Was an diesem Sonntag Abend allerdings in der EnergieVerbund Arena geschah, hätte selbst Alfred Hitchcock nicht spannender schreiben können.

Würden die Büffel auch dieses letzte Spiel für sich entscheiden, wären sie auf der Stelle Meister geworden – im direkten Angesicht der Prellböcke.

Diese Ausgangssituation schien die Prellböcke derart zu beeindrucken, dass sie sich vom Bully an quasi verweigerten, Eishockey zu spielen. Die offenbar besser vorbereiteten Büffel nahmen das Geschenk dankbar an und spielten wesentlich befreiter auf. Aus den Spielanteilen konnten entsprechend Chancen generiert werden, die allerdings fast alle vom einzigen gut aufgelegten Prellbock, nämlich Thomas #54 im Tor, abgewehrt werden konnten. Einmal halfen die aufmerksamen Schiedsrichter und gaben einen Treffer wegen Torraumabseits nicht, ein andermal half der Pfosten aus. Die Prellböcke schafften es auf ca. 1,5 Torschüsse im gesamten Drittel; 0:0 zur ersten Pause. Immerhin hatten die Prellböcke noch genug Kraft zum Kopfschütteln in der Kabine.

Die Lähmung der Eisenbahner legte sich im zweiten Drittel, jedoch war auch in diesen zweiten 20 Minuten nicht genug vom nötigen spielerischen Einsatz zu erleben. Immerhin körperlich hielten die Prellböcke dem schweren Spiel stand, was sich sogar in einer ersten Disziplinarstrafe niederschlug. Leider war das Glück den Gastgebern nun auch nicht mehr hold und die Büffel nutzten ihre Chancen im zweiten Drittel besser: Ein frühes 0:1, gefolgt von einem 0:2 und darauf das 0:3 ließen die Eisenbahner-Fans verstummen und die mitgereisten Fans aus dem Erzgebirge um so lauter von den Rängen grölen. Mit 0:3 ging es „endlich“ in die Pause.

Einzig der Trainer der Prellböcke vermochte in der Kabine die richtigen Worte zu finden. Damit ging es nun in das letzte Drittel. Das Spiel wurde insgesamt mit hohem Tempo geführt, was sich letztendlich auch bei den meist mit nur zwei Reihen spielenden Büffeln bemerkbar machte. Diese nutzten den Vorsprung nun, um etwas Kraft zu sparen, immerhin waren die Prellböcke in der Pflicht (und bisher ausgesprochen harmlos). Der amtierende Meister bekam so zwangsläufig mehr Spielanteile und fand zunehmend besser ins Spiel. 3 Strafzeiten der Büffel brauchte es aber, bis genügend Druck vor dem Gästekasten entstand und René mit der #43 endlich den frei liegenden Puck über die Torlinie brachte. Jetzt waren Fans und auch die Mannschaft wieder zu hören – DAS Lebenszeichen, 10 Minuten vor Schluss! Was folgte, wird in die Hobby-Eishockey-Geschichte eingehen. Den Büffeln schwinden weiter die Kräfte und zunehmend auch die Nerven. Noch mehr Strafzeiten bringen die Erzgebirgler mit dem Rücken an die Wand. Es folgte ein wunderbar herausgespieltes Tor von Marco #89 und mit dem nächsten Wechsel sogar der Ausgleich durch Rico mit der #23. So etwas gab es bisher nicht in der Prellbock-Geschichte. Als sich 2 Minuten vor Schluss auch noch Erik #53 für seine harte Arbeit an diesem Tag mit dem 4:3 belohnt, war es nicht mehr möglich, irgendwelche Emotionen im Zaum zu halten. Es waren schließlich alle 4 Schiedsrichter nötig, das Spiel auf Kurs zu halten. Zum Schluss nahmen die Büffel natürlich den Torhüter für einen zusätzlichen Feldspieler vom Eis und kamen noch einmal zu einer großen Chance – die allerdings mit der Schlusssirene und dem Jubel der Prellböcke verhallte.

Eine nie zuvor gesehene Aufholjagd, das 0:3 in ein 4:3 gedreht – was für ein Abend für die Prellböcke und ihre Fans!

„Spieler“ des Tages wurde Trainer Andi, der seinen Glauben nicht aufgab und nicht nur in den Drittelpausen die richtigen Worte fand.

Wir bedanken uns bei den gut geforderten Protokoll-, Mikrofon- und Anzeigetafelführern. Wir bedanken uns bei den gut aufgelegten Schiedsrichtern, die erstmals (und benötigt!) zu viert auf dem Eis standen und das Spiel gebührend leiteten.Wir bedanken uns bei den Fans, die für Ordnung und Stimmung während des Spiels und auch nach dem Spiel sorgten.

Mit diesem harten Stück Arbeit im Rücken winken nun im März noch zwei Ligaspiele gegen die Pinguine und die Eiswölfe, sowie das Halbfinale im „OsH-DTL – LEL Pokal“ gegen die Hahneberger Huskies.

 

ESV Dresden “Die Prellböcke” – Borna-Gersdorfer Büffel 4:3 (0:0, 0:3, 4:0)

Tore Prellböcke: René B. #43, Marco #89, Rico #23, Erik #53

Strafen: Prellböcke: 14+10+10 Min., Büffel: 20 Min.

Zuschauer: 150

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